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Kantonales Komitee
Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21
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Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21

Aus Erfahrungen mit Reformen lernen

Es ist eine praktische Erfahrung im Umgang mit der Werbung, dass beworbene neue Produkte längst nicht immer halten, was sie versprechen. Neu muss nicht gleich besser sein. Sehr ähnlich verhält es sich mit einigen Bildungsreformen der letzten Jahre. Was wurde uns da nicht das Blaue vom Himmel versprochen. Ein paar Beispiele gefällig?

Mit Harmos sollte die Vereinheitlichung kommen, die einen Umzug von A nach B einfacher machen sollte. Tatsächlich ist es heute komplizierter geworden mit Schulkindern nur schon von Olten nach Aarburg zu ziehen. Die neue SekI-Reform sollte die Stigmatisierung der Oberschule beenden. Die Stigmatisierung ist geblieben, dafür ist die SekE jetzt auch geschwächt. Geradezu vernichtend sind die Ergebnisse des genialen neuen Lehrmittels für Frühfranzösisch, das den sprachlichen Durchbruch bringen sollte. Man würde meinen, dass ein Scheitern nicht offensichtlicher sein könnte. Weit gefehlt: Das Zauberwort lautet dann stets, dass man einfach nachbessern muss. Dabei waren alle kritischen Punkte schon vorher absehbar.

Das neuste Schreibtischprojekt heisst Lehrplan 21 und soll den veralteten Lehrplan ablösen. Was früher Fertigkeiten genannt wurde, wird jetzt in tausende Kompetenzziele zerlegt und soll allein schon deshalb besser sein. Im Schnellzugstempo soll der Lehrplan 21 umgesetzt werden, ohne dass je ein Nachweis für einen relevanten Mehrgewinn erbracht worden ist. Auch bei diesem Projekt wird keiner der Urheber je die Verantwortung für halbfertige Reformideen tragen müssen, weil Bildungsreformen ja per Definition nie scheitern können. Oder wann hörten Sie das letzte Mal, dass ein Scheitern einer Bildungsreform von den Urhebern zugegeben wurde. Es ist nicht verboten, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Eile führt selten zu guten Ergebnissen. Wir sollten deshalb Vorsicht walten lassen und bei dieser Reform zuerst auf einen klaren und nachprüfbaren Erfolgsnachweis in der Praxis beharren, bevor wir weitere teure Experimente durchführen.

Stephan Hodonou, Olten

08.09.2016 / AZ Solothurner Zeitung