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KONTAKT:

Kantonales Komitee
Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21
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Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21

Brief Nr. 4 an die Lehrpersonen und Medien

Lehrpersonen in Deutschland schlagen Alarm!

Geschätzte Lehrpersonen der Solothurner Volks- und Kantonsschulen!
Sehr geehrte Damen und Herren

In den letzten Monaten häufen sich Berichte und Ereignisse, die deutlich machen, dass der Lehrplan 21 eine Bildungsbremse sein wird. Nur zwei Beispiele:

Besorgte Lehrpersonen in Deutschland schlagen Alarm

In ganz Deutschland wurde in den letzten Jahren nach und nach auf kompetenzorientierte Lehrpläne umgestellt. In einem offenen Brief an Bildungspolitiker der Länder und des Bundes schlagen 130 Professoren und Mathelehrer nun Alarm: „Im Rahmen der Kompetenzorientierung … wurde der Mathematik-Schulstoff so weit ausgedünnt, dass das mathematische Vorwissen von vielen Studienanfängern nicht mehr für ein WiMINT-Studium ausreicht.“
>> https://www.welt.de/politik/deutschland/article163085470/Trotz-guter-Noten-Viele-Abiturienten-fuer-Uni-ungeeignet.html

Mille feuilles steht unter Dauerkritik

Sowohl der Lehrplan 21 als auch Mille feuilles erliegen demselben Irrtum. Anstatt zuerst strukturiert grundlegendes Wissen zu vermitteln, werden die Kinder vor Aufgaben gestellt oder mit Texten konfrontiert, die die meisten SuS schlicht überfordern, weil ihnen eben diese Grundlagen fehlen. So verwundert es nicht, dass nun das Mille feuilles überarbeitet werden soll in Richtung mehr Grammatik und Wortschatz lernen. Warum also den Lehrplan 21 einführen und denselben Fehler für alle Fächer machen? Im Kanton Baselstadt hat das Erziehungsdepartement nun einen Brief verfasst, in dem Eltern aufgefordert werden, die Kinder zu Hause im Französischen mehr zu fördern! Wo bleibt da die Chancengleichheit?
>> http://bazonline.ch/basel/stadt/jetzt-muessen-die-eltern-ran/story/13716299

Noch mehr Checks, Tests und Kontrolle?

Hinter dem Hype um „Kompetenzorientierung“ steht der völlig falsche und unwahre Anspruch, Bildung auf messbare Kompetenzen reduzieren und durch eine gigantische Prüfungs- und Testmaschinerie erfassen zu können. Wir würden uns vom humanistischen Bildungsverständnis verabschieden und direkt in die Standardisierungsfalle („teaching to the test“) laufen. Der Zürcher Bildungsforscher Urs Moser bestätigte denn auch freimütig, dass der Lehrplan 21 nicht für die direkte Verwendung durch die Lehrer, sondern als Basis für die nationale Kontrolle des Bildungssystems und zur Datengenerierung für die Vermessung des Leistungsstandes an den einzelnen Schulen gedacht sei (NZZ vom 2.9.2013).

Weniger Halbklassenunterricht

Die Einführung des LP21 wird im Kanton Solothurn dazu führen, dass in der Primarschule weniger Halbklassenunterricht zur Verfügung steht. Das nennt man dann „kostenneutral“. In Wirklichkeit bedeutet es aber, dass Sie als Lehrpersonen die Kosten zu tragen haben! In Verbindung mit den bereits jetzt zu knappen Ressourcen für die spezielle Förderung erachten wir dies als „No Go“.
>> https://www.so.ch/fileadmin/internet/dbk/dbk-vsa/Schulblatt/DBK_24-2015.pdf

Schleichende Abwertung der Lehrpersonen

Gleichzeitig wird durch den Lehrplan 21 schleichend die Lehrperson abgewertet. Wir können nur staunend den Kopf schütteln, wenn Hermann Forneck, Mitarbeiter am Lehrplan 21 und ehemaliger Direktor PH Nordwestschweiz, sagt: „Die Steuerungsfunktion der Lehrperson wird im selbstgesteuerten Lernen bezüglich der stofflichen Vermittlung auf apersonale Medien übertragen." 
>> http://www.nzz.ch/meinung/debatte/professionalisierung-statt-innovationsabstinenz-1.18354276

Unklare und aufwändige Bewertung von Kompetenzen

Es herrscht keine Klarheit darüber, wie Kompetenzen beurteilt werden sollen. Auf jeden Fall zeigen die bisherigen Überlegungen und Erfahrungen, dass es für Sie als Lehrperson viel aufwändiger und komplizierter wird. So gesteht denn auch das VSA ein: „Die Kompetenzen [im Lehrplan 21] beschreiben auf relativ hoher Abstraktionsstufe, was Schülerinnen und Schüler am Ende der Volksschule können sollen." („Kompetenzorientiert fördern und beurteilen“, S. 11)

Darum am 21. Mai: JA zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21

Aus unserer Sicht ist dieser Lehrplan eine Bildungsbremse und wird zu einem weiteren Burn Out Treiber für Lehrpersonen werden. Darum setzen wir uns ein für eine gute Volksschule ohne Lehrplan 21. Im Anhang finden sie zur Vertiefung den Artikel „Kompetenz-Fundamentalismus und Legitimationsarmut“ von Fritz Oser (Universität Friborug).

Mit herzlichen Grüssen
Komitee „Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21“

 

Selbstverständlich kann der Brief an andere interessierte Personen weiter geleitet werden. Wenn Sie in Zukunft keine Post mehr von uns erhalten möchten, dann bitte lassen Sie es uns wissen!

28. April 2017