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Kantonales Komitee
Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21
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Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21

Lehrplan 21 bringt keine Harmonisierung und schadet Berufsbildung!

Medienmitteilung vom 23. November 2016

Liest man die Stellungnahme des Regierungsrates vom 22. November 2016 zur Initiative Komitee „JA zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21“, bleibt kein anderer Schluss: ohne Lehrplan 21 wird wohl die endgültige Apokalypse über die Solothurner Schulen hereinbrechen. Das erstaunt umso mehr, weil Bildungsdirektor Remo Ankli an anderer Stelle verlauten liess, der Lehrplan 21 sei 80% deckungsgleich mit dem bestehenden Lehrplan. Es wäre hilfreich zu wissen, was denn die Regierung nun wirklich denkt. Denn beide Behauptungen können ja kaum gleichzeitig wahr sein. An dieser Stelle erwartet das Komitee „JA zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21“ in den kommenden Wochen eine klare Stellungnahme. Zu den Aussagen der Regierung im Einzelnen:

„Unter grossem Aufwand müsste ein eigener Lehrplan erarbeitet werden“

Wie kommt die Regierung darauf? Die Initiative will keine radikalen Neuerungen, sondern im Gegenteil bewährte Eckwerte des bestehenden Lehrplans im Gesetz verankern:

  • Einen Rahmenlehrplan für den Kindergarten (bestehend!)
  • In der Regel Jahresziele für die erste bis sechste Klasse (bestehend!)
  • Aufbau nach Inhalten (Wissen), ergänzt durch Kompetenzen (bestehend!).

Die einzige nötige Anpassung bezieht sich auf den Fächerunterricht in den Naturwissenschaften. Kein „Birchermüesli“ Fach „Natur und Technik“ sondern Physik, Chemie und Biologie. Eine Anpassung, der zum Beispiel das Volk im Kanton Baselland vor kurzem mit grosser Mehrheit zugestimmt hat. Und eine Anpassung, die mit bescheidenem Aufwand gemacht werden kann. Damit erübrigt sich auch die Befürchtung, selber teure Lehrmittel produzieren zu müssen.

Die Annahme der Initiative würde die Möglichkeit ergeben, den bestehenden Lehrplan „Bottom-up“ weiter zu entwickeln, anstatt den zentralistischen, planwirtschaftlichen Lehrplan 21 „Top-down“ einzuführen. Dieser Prozess würde weit günstiger als von der Regierung veranschlagt und erst noch die Praktiker an der Front zu Wort kommen lassen.

„Der Anschluss an die Berufswelt würde erschwert“

Das Gegenteil ist wahr. Der Lehrplan 21 wird den Anschluss an die Berufswelt erschweren. Warum?

  • Mit den bisher inhaltsorientierten Lehrplänen hat die Schweiz regelmässig Spitzenplätze an den Berufsweltmeisterschaften erzielt. Das könnte sich mit dem LP21 ändern. Denn an anderer Stelle lässt das Solothurner Volksschulamt vernehmen: „Die Kompetenzen [im Lehrplan 21] beschreiben auf relativ hoher Abstraktionsstufe, was Schülerinnen und Schüler am Ende der Volksschule können sollen.“1 Und auch der LP21 freundliche Lehrerverband moniert, das Fach „Wirtschaft, Arbeit, Haushalt“ mutiere mit dem LP21 zu einem 1 „Kompetenzorientiert fördern und beurteilen“, S. 11 JA zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21 mehrheitlichen theoretisch-intellektuellen Fachbereich. Die Berufsbildung wird von den abstrakt und theoretisch formulierten Kompetenzen des LP21 gewiss nicht profitieren.
  • Mit der Einführung des LP21 sollen Viert- bis Sechstklässler/innen weniger Deutsch Lektionen bekommen. Denn nur so bekommt man genug Platz für alles andere, was in diesem überladenen Lehrplan steht. Weniger Deutsch wird aber den Anschluss an die Berufsbildung ganz sicher nicht verbessern.
  • In Neuseeland wird seit dem Jahr 2000 mit einem kompetenz- statt wie vorher mit einem inhaltsorientierten Lehrplan unterrichtet.2 Seit 2001 sind die PISA Werte Neuseelands in freiem Fall. So waren 2001 noch 47 Prozent der 12 jährigen Schüler fähig, einfache Multiplikationen durchzuführen. 2009 waren es noch 37 Prozent! Die radikale Kompetenzorientierung des LP21 wird den Anschluss an die Berufswelt erschweren.

„Eine Harmonisierung würde verunmöglicht“

Es ist im Gegenteil der LP21, der keine Harmonisierung bringt. Denn das grösste Hindernis für den Umzug in einen anderen Kanton sind die Frühfremdsprachen, die ja gerade nicht harmonisiert werden. Weiter erschweren die fehlenden Inhalte und das Abschaffen der Jahrgangsziele im LP21 den Umzug in einen anderen Kanton. Das einzige also, was mit dem LP21 wirklich harmonisiert wird, ist die andernorts bereits gescheiterte radikale Kompetenzorientierung, die überhaupt nichts mit dem ursprünglichen Auftrag der Bundesverfassung zu tun hat. Dazu kommt, dass bereits heute 11 Kantone ihre eigene Version des LP21 entwickelt haben. Der Umsetzungsflickenteppich wird also immer grösser.

„Die Initiative wäre ein Rückschritt“

In den Lehrplan 21 seien „die neusten Erkenntnisse der Didaktik“ eingebaut worden. Auch hier ist das Gegenteil wahr. Es sind im Gegenteil in den angelsächsischen Ländern bereits gescheiterte Konzepte, die eingebaut worden sind. Die Studie von John Hattie wäre zum Beispiel wirklich „neuste Erkenntnisse“. Hattie schreibt unter anderem: "Konstruktivismus [das dem LP21 zugrunde liegende didaktische Konzept] wird oft im Sinn eines schülerzentrierten, forschenden, problem- und aufgabenbasierten Lernens gesehen ... Es wird gesagt, dass die Rolle der konstruktivistischen Lehrperson vor allem darin liege, Gelegenheiten für einzelne Lernende zu schaffen, dass diese durch eigene Aktivität und durch Diskussion, Reflexion und Austausch von Einfällen mit anderen Lernenden Wissen erwerben ... Solche Aussagen sind aber fast das genaue Gegenteil eines erfolgreichen Rezepts für Lehren und Lernen.“ Und Hermann Forneck, der auch am LP21 mitgearbeitet hat, sagt, dass in der Didaktik, die dem LP21 zugrunde liegt, die Lehrperson für die Stoffvermittlung durch apersonale Medien ersetzt wird. Wikipedia, Google und Youtube statt der Schüler-Lehrerbeziehung – für das Komitee eine schreckliche Vision von Schule und Bildung.

Zum Schluss: Der Lehrplan 21 wird der Schule schaden.

Die Stellungnahme des Regierungsrates ist sehr entlarvend. Nirgends hat man den Mut, die Qualität des Lehrplan 21 zu thematisieren. Nirgends findet man die Aussage „Der Lehrplan 21 ist ein guter Lehrplan, der unsere Schulen weiter bringen wird“. Stattdessen werden eine Menge Nebelpetarden gezündet, die das Solothurner Stimmvolk verunsichern sollen. Der Lehrplan 21 wird einen Bildungsabbau mit sich bringen. Kompetenzorientierung und kompetenzorientierte Lehrmittel wie Mille Feuille scheitern im Praxistext. Und schliesslich würde man mit der Einführung des LP21 im Kanton Solothurn einen Teil des Halbklassenunterrichts streichen. Für das Komitee ein weiteres No Go! Darum sollen mit der Initiative bewährte Eckdaten für Lehrpläne im Gesetz verankert werden, die dem Lehrplan 21 Experiment einen Riegel schieben.

Für weitere Auskünfte stehen Ihnen Vertreter des Komitees "Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21" gerne zur Verfügung.
Nicole Hirt, 079 284 48 12
René Steiner, 079 404 69 03